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Mozart, Amadeus Mozart (1756-1791) und die Freimaurerei

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Pamina empfindet bis zum Schluß mit keinem Wort Dankbarkeit gegenüber Sarastro, dessen Weisheit sich nur mit Raub und Gewalt durchsetzen kann. Auch Tamino gegenüber verhält sich Sarastro nicht als einfühlsamer Pädagoge, sondern als ein despotischer Erzieher, der die Wege nach seinem Gusto bestimmt. Sarastros Macht hat aber bei den Priestern, die eine demokratische Brüderversammlung darstellen, seine Grenzen. Er muß die Aufnahme Taminos zur Abstimmung stellen:
“Mit reiner Seele erklär ich euch, daß unsere heutige Versammlung eine der wichtigsten unsere Zeit ist. Tamino, ein Königssohn, zwanzig Jahre seines Alters, wandelt an der nördlichen Pforte unseres Tempels und seufzt mit tugendvollem Herzen nach einem Gegenstande, den alle mit Mühe und Fleiß erringen müssen. Kurz, dieser Jüngling will seinen nächtlichen Schleier von sich reißen und ins Heiligtum des größten Lichtes blicken. Diesen Tugendhaften zu bewachen, sei heute eine unserer wichtigsten Pflichten.”
Das Tamino ein Königssohn ist, bedeutet allein noch kein Vorzug, mag Sarastro es auch so darstellen. Erst der Besitz dreier wesentlicher Voraussetzungen berechtigt ihn, aufgenommen zu werden: Tugend, Verschwiegenheit und Wohltätigkeit. Und auch dann bleibt der Zweifel eines Priesters:
“Großer Sarastro, deine weisheitsvollen Reden erkennen und bewundern wir; allein wird Tamino auch die harten Prüfungen, so seiner warten, bekämpfen? Verzeih, daß ich so frei bin dir meinen Zweifel zu eröffnen! Mir bangt es um den Jüngling. Wenn nun, im Schmerz dahingesunken, sein Geist ihn verließe und er dem harten Kampf unterläge? Er ist Prinz.”
Darauf weiß Sarastro nur zu antworten: “Noch mehr – er ist Mensch!” Sarastro muß seine Hervorhebung des Prinzen zurücknehmen, denn in der Versammlung der Eingeweihten herrscht Gleichheit.
Es ist die wunde Stelle Sarastros, dessen mir viel Baßpathos verkündeten Weisheitsreden so wenig mit seinem Verhalten übereinstimmen. War schon der Raub Paminas fragwürdig, so ist es sein Auftreten erst recht. Er “fährt auf einem Triumphwagen heraus, der von sechs Löwen gezogen wird”, Zeichen einer in vollen Zügen genossenen Herrscherwürde. Seine Umgebung besteht aus lauter Sklaven, was meist in den Inszenierungen der Zauberflöte verunklart wird, unter anderem durch die willkürliche Kürzung der gesprochenen Textpartien. Die Sklaven haben sogar eigene Textszenen, die allerdings fast immer weggelassen werden. (Auf dem Plakat der Uraufführung kann man deutlich die rolle eines ersten, zweiten und dritten Sklaven lesen, wogegen die drei Knaben dort nicht aufgeführt waren!) Aber die Sklaven Sarastros sind es nicht allein. Auch seine Willkürherrschaft wird deutlich vorgeführt. Als es Monostatos gelingt, Pamina von ihrer Flucht wieder einzufangen, erhält er zum Dank für seine Wachsamkeit folgende Antwort:
“Sarastro: Verdient, daß man ihr Lorbeer streut. He! Gebt dem Ehrenmann sogleich –
Monostatos: Schon deine Gnade macht mich reich.
Sarastro: Nur siebenundsiebzig Sohlenstreich´.
Monostatos: ach, Herr, den Lohn verhoff´t ich nicht!
Sarastro: Nicht Dank, es ist ja meine Pflicht!”
Ein solcher Zynismus des Herrschers gegenüber den Untergebenen ist natürlich nicht ohne Absicht eingeführt worden. Sarastro mag zu den Eingeweihten gehören, ein Tugendhafter, ein Vorbild an Weisheit ist er deswegen lange nicht, auch er bedarf der Arbeit an sich selbst. Die spätere Arie Sarastros verhält sich zu diesem “Vorkommnis” wie Anspruch und Wirklichkeit. Sie ist pure Ideologie aus seinem Mund; statt so zu künden, hätte er zu handeln:
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
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Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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