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Mozart, Amadeus Mozart (1756-1791) und die Freimaurerei

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entsprechend kann und darf es keine Kräfte geben, die nicht im Herrscher ihren Bezugspunkt haben. Und vor ihm kann also auch kein Geheimnis geduldet werden, kein Sonderinteresse, das sich seinem Machtstrahl zu entziehen versucht. Das Wohl und Wehe jedes einzelnen hängt vom Herrscher ab und Joseph II. war überzeugt, allein dem Allgemeinwohl zu dienen.
Die Freimaurergesellschaften mit ihren verschiedenen Ausprägungen stellten die bekannteste, weitverbreiteste und darüber hinaus sogar international verbundene Geheimorganisation dar, die wegen ihrer allgemein gehaltenen Humanitätsgedanken geradezu wie ein Schwamm ihre Anziehungskraft bei allen kritischen und freigeistigen Intellektuellen dieser Zeit ausüben konnte. Die Logen bildeten so einen Freiraum eigenständiger Art, in dem eine freie Gemeinschaft von Gleichen unter Gleichen agieren konnte. In der Loge galt kein Gesetz als das selbstauferlegte, herrschte die nach außen geschützte freie Rede, auf Reisen bestand eine immer verläßliche Anlaufstelle zu Gleichgesinnten. Die Losung der Französischen Revolution von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit war hier vorweggenommen in einer gewissermaßen exterritorialen8 Kleingesellschaft inmitten jener Gesellschaft des absolutistischen Staates, die nur Herrscher und Untertan kannte. Dabei haben die Logengeheimnisse mit dem Staat oder Fürsten nichts zu tun. Da das freimaurerische Geheimnis nur durch Versprechen der Mitglieder zur Verschwiegenheit geschützt war, war es ein Leichtes an Informationen darüber heranzukommen, z.B. erschien kurzzeitig die Zeitschrift “Der Spion von Wien” mit teilweiser Aufdeckung aller drei Grade.
Allein durch die Verschwiegenheit stellten die Freimaurer so etwas wie einen Staat im Staate dar. Besonders auffällig wird dieser Charakter eines Staates im Staate bei der vollständigen Gleichheit der Freimaurer- “Brüder”, der Aufhebung jeder Rang- und Herkunftsunterschiede.
Vor allem die Tätigkeit der Aufklärerlogen, in denen die Suche nach dem Licht in erster Linie das Licht der Aufklärung und der praktischen Vernunft meinte und nicht so sehr die Arbeit mit Symbolen, verknüpfte die Logenarbeit wieder stärker mit dem politischen und gesellschaftlichen Leben. Hierbei ging es vor allem um die Umsetzung von Begriffen wie Humanität, Toleranz, Wohltätigkeit. Für die sehr ehrwürdige Johanis-Loge zur Wahrheit in Wien heißt es als erster Grundsatz: “Die Maurerey in ihrer Verfassung ist eine demokratische Verfassung und jede Loge eine Demokratie.” Mit dieser Formulierung wurde zweifellos nicht eine staatsrevolutionäre Tendenz der Loge zu beschreiben versucht, aber doch wird daran sichtbar, wie politische Begriffe in die Freimaurerei Eingang finden.
Ein hochgeachteter Aufklärer war Ignaz von Born, der versuchte Gleichgesinnte um sich zu scharen und damit seinen aufklärerischen Einfluß zu festigen. Er bemühte sich, die Loge “Zur wahren Eintracht” zu einer freimaurerischen Akademie der Wissenschaften und schönen Künste umzugestalten, als Vorläufer oder Ersatz für die geplante, aber bisher noch nicht zustandegekommene kaiserliche Akademie. Bis zu einem gewissen Grade ist es Born auch gelungen. Bei der Gründung (1781) hatte die Loge “Zur wahren Eintracht” 15 Mitglieder, nach zwei Jahren waren es bereits 96, und im Jahre 1785 vereinigte sie 197 Logenbrüder. Sie unterhielt das von Born begründete Naturalienkabinett, eine vor allem naturwissenschaftlich angelegte Bibliothek von 1900 Bänden und gab sogar eine naturwissenschaftliche Zeitschrift heraus, abgesehen von dem Journal für Freymaurer, das die Tendenzen dieser Loge unter den anderen österreichischen Logen zu verbreiten suchte.
Born war nicht nur Meister vom Stuhl seiner Loge, sondern zugleich auch Großsekretär der Landesloge und hatte damit Einfluß auf das Freimaurergeschehen in allen sieben Proviniziallogen oder den gesamten Erblanden. Mit allen Mitteln versuchte er, auf den leitenden Posten solche Freimaurer unterzubringen, die im politischen Bereich die Reformpolitik des Kaisers vertraten. In einigen Fällen wurden die politischen Provinzchefs und Gouverneure zu Provinzialgroßmeistern gemacht, in vielen Fällen erhielten sie die Würde eines Meisters vom Stuhl in ihren Logen.
Da aber nicht genügend Freimaurer für diese Tätigkeit vorhanden waren, war es Borns Vorhaben Regierungsvertreter, bevor sie in ihre Provinz abreisten, schnell noch in die Loge aufzunehmen und gleich zu Meistern zu befördern. Ähnliches galt für Reisende, wenn sie einflußreich zu sein versprachen. Ein Beispiel ist Leopold Mozart, der innerhalb von 16 Tagen aufgenommen und bis zum Meister befördert wurde.
Borns “Personalpolitik” war ganz eindeutig gegen die zur Schwärmerei neigenden Logenbrüder gerichtet und von sehr entschiedenen Vorstellungen über die Aufgaben der Freimaurer geprägt. So sehr mache seiner Einflußnamen bedenklich im Sinne freimaurerischer Zielsetzung sein mußten, so hatte Born der Freimaurerei eine ungeheure Zahl der bedeutendsten Köpfe zugeführt und ihr ein bisher ungekanntes öffentliches Ansehen verschafft.
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
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Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
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